Zum zweiten Kinder- und Jugendhearing der Stadt Rottweil am 11.Oktober 2018 kamen 210 Schülerinnen und Schüler aus den Rottweiler Schulen in den Sonnensaal des Mehrgenerationenhauses „Kapuziner“. Initiiert und eingeladen für die Zusammenkunft hatte das Kinder- und Jugendreferat (KiJu) der Stadt. Aus dem Hearing im Vorjahr waren fünf Arbeitsgemeinschaften hervorgegangen, die zu Beginn des Vormittags ihre Ergebnisse vorstellten.
Im zweiten Teil wurden neue Themenvorschläge aus der Schülerschaft in das Hearing aufgenommen, so wie auch neue Vorhaben der Verwaltung, z. B. wurde die  Neugestaltung des Stadtmuseums den Teilnehmer/innen des Hearings zur Diskussion gestellt.

Nach der Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt, Herrn Dr. Ruf, wurden die delegierten Schüler/innen von den aktiven Jugendlichen über deren Ergebnisse und Erkenntnisse informiert.
Fünf Arbeitsgemeinschaften trafen sich über ein Jahr hinweg im KiJu regelmäßig, um ihre Anliegen weiter zu bringen.

Die AG „Freizeit/Einkauf/Schülercafé“ begann mit ihrer Präsentation: Ihr Interesse galt hauptsächlich der Frage, wie man ein Schülercafé in der Rottweiler Innenstadt einrichten könnte. Es soll selbstverwaltet sein, was eine der großen Herausforderungen darstellt, denn dazu sind noch viele freiwillige Schüler/innen nötig. Das Hearing soll auch weitere Unterstützerinnen hervorbringen. Damit aber das Projekt jetzt schon mal in kleinerem Rahmen starten kann, wird das KiJu seine Jugendräume an einigen Stunden unter der Woche den Initiatorinnen selbstverwaltet überlassen.

Die AG „Politik/Beteiligung/Senkung des Wahlalters“ setzte sich mit den bestehenden demokratischen Beteiligungsformen auseinander, wobei die Teilnehmerinnen grundsätzlich der Meinung sind, dass das Wahlalter auf 16 Jahre gesenkt werden sollte.

Die AG „Rock am Turm“ überprüfte die Möglichkeiten, eine große Musikveranstaltung für die Zielgruppe der unter 18-Jährigen zu organisieren. Im Zuge der weiteren Beschäftigung mit dem Thema wurde von der Gruppe aber auch erkannt, dass für so eine Veranstaltung ein immenser organisatorischer und finanzieller Aufwand zu stemmen wäre, der so nicht leistbar ist. Es gibt aber auch Alternativen für die Gruppe, zum Beispiel ein kleineres Musikevent in der Fußgängerzone oder eine Kooperationsveranstaltung mit dem Stadtjugendring.

Die AG „Bildung und am Schule“ berichtete von ihren Tätigkeiten, die hauptsächlich auf die Pausenhofgestaltung im Areal zwischen der Realschule, dem AMG und dem DHG abzielten. Die Gruppe nahm auch Kontakt zur SMV und zur Schulleitung auf konnte so erreichen, dass es wieder einen Bäckereiverkauf in der Pause gibt. Für Ideen, Anregungen und Kritik im Freizeitbereich/Pausenbereich der Schule durfte die Gruppe eine „Infobox“ im Eingangsbereich der Schule aufhängen. In dieser Gruppe wurde im zweiten Teil des Hearings auch die Mensaverpflegung an der Nell-Breuning-Schule und die Schulausstattung mehrerer Schulen kritisiert.

Die AG Infrastruktur, Stadtpark und Landesgartenschau hatte sich hauptsächlich für die Bewerbung der Stadt Rottweil für die Ausrichtung einer Landesgartenschau engagiert. Besonders erfreulich war natürlich, dass die Stadt den Zuschlag für das Jahr 2028 erhielt und damit viele Projekte für die junge Generation umgesetzt werden können. Es sollen aber auch zeitnahe Gestaltungen möglich sein. So hat die Gruppe mit ihrer Idee einer Sitzgruppe am Neckar, die auch mit einer Feuerschale ausgestattet wird, in Kooperation mit der Stadtverwaltung eine ihrer ersten Ideen zur Umsetzung gebracht.

Ein Dauerbrenner bei den Delegierten ist das Thema „Mobilität“. Eine Schülergruppe listete Schwachstellen in der Schülerbeförderung auf und hat sich z. T. auch Verbesserungsvorschläge für den ÖPNV überlegt. Diese Vorschläge werden weiter an die bestreffenden Busunternehmen übermittelt.

Nach einer Pause gab es Inputs für alle Delegierten zu neuen Themen:

Die Rollbrettinitiative e. V. stellte ihr Projekt der neuen Skateranlage beim Freibad vor. Bis auf einen Restbetrag ist die Anlage auch finanziert, die Initiative sucht aber noch zusätzliche Unterstützer, um die Restsumme von 19 000€ zusammen zu bekommen.

Die Agendagruppe „Jugendbegegnung 2020“ stellte ihre Projektidee vor: Sie will mit je zwei jugendlichen Vertretern und den Partnerstädten Hyeres, Imst, L’Aquila und Brugg sowie einer Stadt in Belarus eine internationale Zukunftswerkstatt vorbereiten. Dazu braucht sie aber noch interessierte junge Leute aus Rottweil. Hierzu bildete sich eine Arbeitsgruppe, die sich zur weiteren Vorbereitung trifft.

Ebenso wurde auch die Vorstellung des neuen Stadtmuseums mit großem Interesse aufgenommen. Die Schüler/innen konnten die bereits bestehende Ausstellung bewerten und mit der Museumsleiterin gemeinsam überlegen, wie ein neues Stadtmuseum in Rottweil ausgestattet sein sollte. Auch hierzu bildete sich eine neue Arbeitsgruppe, die das Thema weiter vertiefen wird.

„Was ist Glück?“ Diese Gruppe beleuchtete das Thema Zufriedenheit/Glück mal von einer anderen, individuellen Seite und hatte eine Möglichkeit, auf der persönlichen Ebene in einer Gruppe in den Gedankenaustausch zu kommen.

Nachdem die Schüler/innen zum Abschluss der 2. Arbeitsphase aus ihren Gruppen im Plenum berichtet hatten, ging das Hearing ab 11 Uhr über in den „Politik-Dialog“, den abschließenden Teil des Hearings:
Beim „Politik-Dialog“ stellte der Moderator Udo Wenzl den Hearing-Teilnehmer/innen die jetzt anwesenden Gemeinderäte/innen, die leitenden Verwaltungsmitarbeiter/innen und den Bürgermeister nochmals vor. Herr Wenzl zielte mit der Runde darauf ab, den Jugendlichen exemplarisch einige Entscheidungsträger/innen der Stadt zu zeigen.

Beim anschließenden Gallery-Walk stellten dann wieder die Jugendlichen ihre Projekte den anwesenden Erwachsenen vor und brachten so direkt im persönlichen Gespräch ihre Themen an die Frau/an den Mann. In der Abschlussrunde vor dem gesamten Plenum konnten Jugendliche nochmals ihre Fragen an die Vertreter/innen der Verwaltung und des Gemeinderates richten.

Wie geht es weiter?
Die eingangs aufgeführten Arbeitsgemeinschafften werden vom KiJu weitergeführt.
Termine und Einladungen erfolgen demnächst.

Nach dem ersten Kinder- und Jugendhearing am 19. Oktober und dem Besuch in der Gemeinderatssitzung am 25. Oktober trafen sich am 7. November erstmals die Arbeitsgruppen, die sich beim Kinder- und Jugendhearing zusammen gefunden hatten, zur Arbeitssitzung im Kapuziner.
Das KiJu hatte dazu vor den Herbstferien alle, die beim Hearing am 19. Oktober Interesse an einer weiteren Mitarbeit an der Kommunalpolitik signalisiert hatten, eingeladen. Zahlreiche Jugendliche sind der Einladung gefolgt, so dass in einer konstruktiven Atmosphäre zielstrebig in die Arbeit in thematischen Arbeitsgruppen eingestiegen werden konnte.
Dabei standen zunächst organisatorische Dinge wie die Terminkoordination für weitere Treffen der Arbeitsgruppen im Vordergrund, aber auch inhaltlich wurde an den Themen, die sich beim Hearing am 19. Oktober herausgestellt hatten, weiter gearbeitet.

Jede Arbeitsgruppe hat ab sofort eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter beim KiJu als festen Ansprechpartner, der die Gruppe begleiten wird, um deren Anliegen weiter zu verfolgen. Darüber hinaus wird eine Runde mit jeweils einem Sprecher aus jeder Arbeitsgruppe gebildet, um eine schnelle Rückkopplung in beide Richtungen mit Gemeinderat und Stadtverwaltung möglich zu machen. Aber auch den persönlichen Austausch zwischen allen weiteren Mitgliedern der Arbeitsgruppen und Gemeinderat und Stadtverwaltung wird das Kinder- und Jugendreferat in den nächsten Monaten koordinieren.

Das nächste Kinder- und Jugendhearing wird am 11. Oktober 2018 stattfinden, bis dahin wird in den Arbeitsgruppen gearbeitet.

Kinder- und Jugendliche, die sich jetzt oder zukünftig auch engagieren möchten, können sich jederzeit ans Kinder- und Jugendreferat oder an Mitglieder der Arbeitsgruppen wenden. Jeder, der sich beteiligen möchte, ist herzlich willkommen!

Am Mittwoch, 25. Oktober 2017, wurden die ersten Ergebnisse und Eindrücke von Teilnehmern des Kinder- und Jugendhearings und Gemeinderäten, die beim Hearing anwesend waren, in der Sitzung des Rottweiler Gemeinderats präsentiert!

Das 1. Kinder- und Jugendhearing mit 200 Teilnehmern fand am 19. Oktober 2017 im Sonnensaal des Mehrgenerationenhauses „Kapuziner“ in der Neutorstraße 6 in Rottweil statt.

Die Rottweiler Schulen (Klassen 6 – 12/13) hatten dafür zu Beginn des neuen Schuljahres 2017/18 parallel zu den Klassensprecherwahlen auch die Delegierten für das Hearing gewählt.

In der ersten Runde ordneten die Schüler/innen ihre mitgebrachten Themen unter die Bereiche „ Mobilität“, „Soziales Miteinander“, „Freizeit“, „Bildung und Schule“, “Generationen“, „Politik und Beteiligung“ sowie „Stärken, Schwächen und Ideen für meine Stadt“ ein. Anschließend ging Oberbürgermeister Ralf Broß mit den Schüler/innen an den Thementischen in direkten Austausch und ging auf Fragen der Delegierten ein.
In der zweiten Runde wechselten die Teilnehmer zu neuen Thementischen oder sie vertieften ihre Anliegen weiter und überlegten, wie diese umsetzbar wären. Hier gingen die Überlegungen und Vorschläge in die Bereiche Kultur/Jugendveranstaltungen, in Richtung Musik-(Groß)-Ereignisse „Rock am Turm“, ein Jugendcafé am Friedrichsplatz, Senkung des Wahlalters auf kommunaler und Bundesebene, Verbesserungen in der Schulausstattung, Verbesserungen der Mobilität, sowie auf schulartübergreifende Austauschmöglichkeiten und Gestaltungsideen für die Landesgartenschau im Neckarbereich.
In der Abschlussrunde mit Bürgermeister Dr. Christian Ruf wurde allen Teilnehmern im Rahmen des „Gallery-Walks“ die Möglichkeit zum Austausch unter den Arbeitsgruppen ermöglicht. Dabei informierten sich die Fachbereichsleiter der Stadtverwaltung, Gemeinderäte, die Vertreterin des Gesamtelternbeirats und weitere städtische Mitarbeiter/innen über die Ergebnisse des Kinder- und Jugendhearings.

Beim Hearing wurde über das Logo für die Kinder- und Jugendbeteiligung in Rottweil abgestimmt.

Viele Teilnehmer haben sich direkt an diesem Tag bei uns angemeldet, um an den Themen, die ausgearbeitet wurden, weiter zu arbeiten.
Das KiJu wird hierzu Termine, Räume und Anleitung anbieten.